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Warum kristallisiert sich unser Honig?

 

Von Zeit zu Zeit stellt sich die Frage, warum wohl unser Honig sich kristallisiert.

Die kurze Antwort:

Die Kristallisierung des Honigs ist ein natürlicher Prozess, da die Kleinproduzenten bei der Herstellung keinerlei Wärmebehandlung anwenden.


Detaillierter beschrieben:

Der Honig ist eigentlich die Mischung von natürlichem Zucker, Wasser und Mineralien. Der von Kleinproduzenten hergestellten Honig enthält mehr als 70% Zucker (grundsätzlich Glucose und Fructose) und sein Wassergehalt ist weniger als 20%.

Der Prozess der Kristallisierung wird durch 3 Faktoren beeinflusst:

  1. Das Verhältnis von Glucose zu Fructose: die Glucose - Fructose Zusammensetzung ist in einem jeden Nektar verschieden, folglich läuft der Kristallisierungsprozess der einzelnen Honigsorten anders ab
  2. Temperatur der Aufbewahrung: der in einer übermäßigen Kälte aufbewahrte Honig kristallisiert sich schneller
  3. Die weiteren, in Honig erhaltenen Materialien: da der Honig nicht filtriert wird, gibt es darin kleine, mit Augen kaum wahrnehmbare Wachsstückchen, Pollen u.s.w. und das Vorhandensein dieser Materialrückständen kann den Prozess der Kristallisierung beschleunigen

Der Kristallisiserungsprozess der verschiedenen Honigsorten hängt davon ab, aus welchem Nektar der Honig hergestellt wird:

  • der Rapshonig kristallisiert sich am schnellsten, schon 2 - 4 Wochen nach dem Schleudern festigt er sich
  • auch der Sonnenblumenhonig kristallisiert sich schnell: nach 1 - 2 Monaten gibt es schon gelben, kristallisierten Honig in dem Glas
  • die Kristallisierung des Blüten- und Purpurhonigs hängt davon ab, von welchen Blumen die Bienen den Nektar eingesammelt haben, dementsprechend wird die Kristallisierung binnen 1 - 6 Monaten stattfinden.
  • der Lindenhonig sowie der Waldhonig fängt erst langsam an sich zu kristallisieren, es passiert während 6 - 9 Monaten
  • der Akazienhonig - bei vorschriftsmäßiger Aufbewahrung - bleibt mehrere Jahre lang flüssig

Die Honigsorten, die man in Geschäften kaufen kann, bleiben flüssig, da sie auf 45 - 50 C aufgewärmt und dann unvermittelt schockgefrostet - das heißt eingefroren - werden. Wegen der abrupten Temperaturschwankung bleibt der Honig zwar flüssig, aber kein wertvoller Stoff bleibt in ihm erhalten.

 

Was kann man mit dem kristallisierten Honig machen? 

Sie können den Honig ohne Bedenken verzehren, die Kristallisierung bedeutet keinerlei Beeinträchtigung der Qualität. 

Falls Sie den flüssigen Honig bevorzugen, können Sie ihn aufwärmen:

  • Die beste Lösung ist, wenn Sie zur Winterzeit den Honig auf den Heizkörper stellen und abwarten, bis er sich langsam erwärmt und den originellen, flüssigen Zustand zurückgewinnt
  • Falls einem nur kürzere Zeit zur Verfügung steht, lohnt es sich das Glas mit Honig in warmes Wasserbad zu stellen
  • Das Aufwärmen in einem Mikrowellengerät kann ich nicht mit gutem Gewissen empfehlen, da der Honig bei Temperaturen über 40 C nicht nur all seine ausgezeichneten Eigenschaften, aber auch seine Heilwirkung verliert.

Verfasser: Imkerei Pula, Ungarn